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Paleo Diät - Frau isst Salat

Die Paleo Diät ist ideal für Jäger und Sammler

Es gibt einen Newcomer in der Hitliste der aktuellsten Diäten: die Paleo Diät. Seit einigen Jahren taucht die sogenannte Steinzeit-Diät immer häufiger zwischen Atkins-, Glyx- und Hollywood-Diät auf und unterscheidet sich doch grundlegend im Ansatz.

Das Wort Paleo leitet sich nämlich ab vom Paläolithikum, der Fachbezeichnung für die Altsteinzeit. Und so baut der Ansatz der Paleo Diät nicht etwa auf neuen wissenschaftlichen Erkenntnissen, sondern beruft sich auf das, was in der Altsteinzeit gesund und vor allem verfügbar war. Fisch, Fleisch, Eier, Obst und Gemüse. In den Genuss von Milch, Getreide, Zucker und Pflanzenölen kamen die Steinzeitmenschen nicht.

Paleo als Ernährungsstil

Paleoaner, die nicht nur für einen gewissen Zeitraum die Paleo Diät machen, sondern diese reduzierte Auswahl an Lebensmitteln als ihren Ernährungsstil ausweisen (ähnlich wie Vegetarier oder Veganer) erklären dies so: Sie gehen davon aus, dass der Mensch sich nicht artgerecht ernährt bzw. mit dem Verzehr von Getreide, Milch, Zucker und Pflanzenölen dem Körper vor allem die Lebensmittel zumutet, die der Körper gar nicht verarbeiten kann.

Übergewicht, Diabetes, Krebs, Autoimmun- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen seien die Folge einer Ernährung, für die der Mensch letztlich gar nicht gemacht sei. Damit stehen Paleoaner, die die Paleo Diät zu ihrem dauerhaften Ernährungsstil gemacht haben, in erster Linie für natürliche Kost. Wer sich auf seine Vorfahren besinnt, schlüpft gedanklich in die Rolle der Jäger und Sammler. Ebenso sieht dann auch der Speiseplan aus.

  • Gemüse, Obst
  • Beeren, Pilze, Samen
  • Fleisch, Fisch, Meeresfrüchte, Speck
  • Nüsse
  • Süßungsmittel: Honig, Ahornsirup
  • gesunde Fette: Ghee, Pflanzenöle (Kokos, Olive, Avocado, Macadamia, Walnuss, Sesam …), Schmalz
  • Getreideprodukte: Brot, Gebäck, Nudeln, Hartweizenprodukte (Couscous, Bulgur, …)
  • verarbeitete Wurst- und Fleischwaren
  • Hülsenfrüchte
  • Milchprodukte
  • Zucker, Ersatzstoffe, Süßstoffe
  • raffinierte Pflanzenöle und -fette
  • Zusatzstoffe

So sieht die Paleo Diät in der Praxis aus

Empfiehlt der Ernährungsberater bei der Ausarbeitung eines Ernährungsplans die Paleo Diät, so wird diese zu Beginn für eine Dauer von 30 Tagen ausgelegt. In eben diesen 30 Tagen findet eine Art „Entgiftung“ im Körper statt. Vor diesem Hintergrund sind auch Alkohol, Kaffee und Nikotin tabu. Darüber hinaus sollten so wenig Kohlenhydrate wie nur möglich zu sich genommen werden, denn die Paleo Diät gehört in die Rubrik der „Low-Carb“-Diäten (ähnlich wie die bekannte Atkins-Diät).

Das perfekt abgestimmte Paleo-Gericht besteht aus Gemüse, einem Proteinlieferanten (Ei, Fisch, Fleisch) sowie Fett und Obst. Wer nach den ersten 30 Tagen im Steinzeit-Modus langsam und gelegentlich Kohlenhydrate oder Milchprodukte in die Paleo Diät einbaut, der sollte dabei genau auf die Reaktion seines Körpers achten. Mit Blick auf die reduzierte Lebensmittelauswahl, ist zudem die Qualität eben dieser umso entscheidender. Paleoaner lehnen Massentierhaltung ab und achten auf Fleisch aus freier Weidelandhaltung. Fische sollte idealerweise aus dem Wildfang stammen.

Einordnung von Paleo in der Ernährungspyramide

Sucht man die Hauptbestandteile einer Paleo Diät in der Ernährungspyramide, so findet man diese auf der zweiten Ebene, bei Obst und Gemüse. Bereits die Deutsche Gesellschaft für Ernährung spricht die Empfehlung aus, zweimal täglich Obst und dreimal täglich Gemüse auf den Speiseplan zu setzen. Damit ist der Ansatz der Paleo Diät sicherlich kein Falscher. Ergänzt werden Obst und Gemüse jedoch mit Fleisch, Fisch und Milchprodukten, die laut Ernährungspyramide erst auf der vierten Ebene zu finden sind.

Der Kniff, der die Paleo Diät auch zum Schlankmacher werden lässt, ist übrigens die Reduktion von Zucker, Mehl und schlechten Fetten. Wer diese (als überzeugter Paleoaner oder auf der Suche nach der Wunsch-Figur) weglässt, der kann förmlich zusehen, wie die Pfunde purzeln. Schwierig wird – wie bei jedem Diät-Start – sicherlich die Konsequenz. Nur wer sich konsequent an die in der Paleo Diät vorgeschriebenen Do´s und Dont’s hält, kann damit auch Abnehmerfolge erzielen. Im Idealfall können Menschen, die unter Lebensmittelunverträglichkeiten leiden, durch den natürlichen Ansatz der Paleo Diät ihre Beschwerden mindern. Da liegt die Idee nahe, zum Paleoaner zu werden.

Ernährungsberater mit Paleo-Wissen haben einen Vorteil

Selbstverständlich dreht sich ein Großteil der Ausbildung zum Ernährungsberater um Ernährungsarten und Diätformen. Doch gerade mit Blick auf die Vielzahl an Diätoptionen wird auch klar: Der Ernährungsberater darf kein klassisches Beratungsrepertoire haben, sondern muss sich ständig fortbilden und sollte sich idealerweise auch spezialisieren.

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